Etwa 8 Kilometer nördlich von Freiberg liegt in
der Gemeinde Großschirma am Fuße des Erzgebirges das Landhotel "Zur
Grünen Linde". Die Gründung geht wohl auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts
zurück. Das Land hat bis etwa 1632 ohne Gebäude, öde und wüst gelegen. Urkundlich wird
die Linde 1667 zum ersten Male erwähnt, wo ein Martin Müller als Käufer erwähnt wird. 
Er und alle Nachbesitzer nutzten sie künftig
als Wirtschaft mit Quartier, was bis zu unseren Tagen Fortbestand hat. Leider sind in
den Wirren der Zeit viele Unterlagen verschollen, so dass man erst ab dem 10.11.1879
wieder Berichte über die Linde finden konnte. 
Johann Gottfried Mühlberg wird in jener Zeit
als Eigentümer genannt. Am 10.11.1879 plante er den Bau eines Schornsteins und Backofens. Am 30.05.1880 baute er einen Wagenschuppen an die Scheune, 16.01.1882 Bau einer Esse
und Anbau eines Wohnhauses, 23.05.1882 Errichtung einer Kegelbahn welche längs der Straße
in Richtung Kramer stand. Diese hat leider den Lauf der Zeit nicht überstanden, wie man
im Folgenden noch erfahren wird. Für den 07.08.1882 liegt ein Pfändungsbefehl über
die Summe von 24775 Reichsmark vor, der am 18.08.1882 beglichen wurde. Im Jahre 1884
erfolgte der Bau eines Orchesters (Bühne). Ein verheerendes Unglück muss dann im Jahre 1886passiert sein, denn für den 11.11.1886 plant Herr Mühlberg den Neubau der
abgebrannten Scheune. Ab 1897 wird ein Oswald Hofmann als Eigentümer der Lindegeführt, der im Mai des Jahres einen Dunstabzug an der Wirtschaft anbaute. Dieser war
nur ca. 12 Jahre Eigentümer, ab 01.07.1909 übernahm Kurt Otto Sachse die Wirtschaft. Am 15.07.1911 fand eine Überprüfung des gesamten Gebäudes durch die
Amthauptmannschaft Freiberg statt. Sie wurde ohne größere Mängel abgeschlossen. Ein Notausgang vom
Saal mit massiver Treppe am 26.06.1912 war der nächste Bau, ein halbes Jahr später am 31.01.1913 erfolgte erneut ein Besitzerwechsel. Von da an bis August 1929, also 16 Jahre,
übernahm Richard Hänig die Grüne Linde. Er führte 1913 den Bau einer neuen Grube, 100 Meter
von der Mangelstube entfernt, aus und sorgte für die Verbesserung von Notausgang und Blitzschutz. Während seiner Zeit erfolgte wiederum eine Brandschutzbegehung, 19.04.1922, und die Besichtigung der Saalanlage, 23.07.1924, ohne Beschwerden. Der Bauer und Gastwirt Richart Fischer kaufte im Juni 1928 für 29000 Reichsmark und begründete hiermit eine ca. 50 jährige Tätigkeit der
Familie Fischer im Haus. Als Erstes durfte er am 28.08.1929 200 Reichsmark Schankerlaubnissteuerbezahlen und am 04.04.1931 stehen 30000 Reichsmark Schulden zu Buche, die jedoch bis 1936 alle abbezahlt gewesen sein müssen, denn nun beginnt eine rege Bautätigkeit. Februar 1936 Neubau eines Seitengebäudes als Wirtschaftsgebäude, März 1936 Einbau
einer Buschmannanlage (Heizung), die zum Kochen , Heizen und Futterdämpfen dient, Januar 1940 Neubau einer Jauchengrube und Instandsetzung der Dung, August 1945 Verlegung
der Abortanlage und Abbruch des Kegelbahngebäudes und der Mangelstube, Juni 1946
Wiederaufbau des durch Baufälligkeit teilweise eingestürzten Seitengebäudes welches durch Beschuss leicht beschädigt wurde, ansonsten scheint die Linde glimpflich durch die
beiden Weltkriege gekommen zu sein, es ist jedenfalls nichts weiteres überliefert, Oktober 1952 Kostenvoranschlag vom Architekten Fritz Haupt für die Erneuerung des Notausganges
sowie eine neue Bühnenfassung im Saal und die Schaffung eines Wasch- und Futterraumes
im Erdgeschoss. 1972 übernimmt Gerhard Fischer die Grüne Linde
und begann mit dem Ausbau der Wohnung im Seitengebäude. Die vorerst letzten Arbeiten erfolgten 1974 und betreffen einen neuen Schornstein mit Räucherei und Heizung in
der Wohnung des Seitengebäudes. Fortan erfolgten nur noch kleinere Reparaturen, bedingt
durch die Materialknappheit und finanzielle Unflexibilität in der damaligen DDR. 1979 wurde
die Linde vom Bauernhof getrennt und an Herrn Holzschuh verkauft, der die Wirtschaft bis 1986 betrieb, 1976 wurde der Saal schon wegen Einsturzgefahr gesperrt, der restliche Hof
blieb bis heute in Fischers Hand. 1986 stellte Holzschuh einen Ausreiseantrag in die BRD, die 1989 genehmigt wurde. Vorher wurde die Linde noch zur Hälfte an die Gemeinde und an
die LPG verkauft. Nach der Vereinigung Deutschlands stellte Herr
Holzschuh die Forderung auf eine Entschädigung, da er vertrieben und heimatlos für seine Mühen mehr verdient hätte, was jedoch bereits zwei mal abgelehnt wurde. In der
Zwischenzeit nutzte die LPG die Linde als Quartier für polnische Arbeiter und als Schlacht-
und Räucherhaus für ihre Schweinezucht. Es erfolgten Instandhaltungsarbeiten von ca. 50000 DM, bevor sie sich entschlossen, das Objekt 1992 zu verkaufen. Familie Pieper, die jetzigen Wirtsleute, bewarben sich
und erhielten für 100000 DM den Zuschlag. Nun erfolgte eine grundlegende Modernisierung
der Gebäude. Die Linde wurde total entkernt, die Saaldecke wurde abgerissen und eine
neue Zwischendecke eingezogen. So entstanden 12 Hotelzimmer, eine Wirtswohnung, eine
neue große Gaststube sowie aus dem Kuhstall eine gemütliche
Gewölbe-Schänke, wo jetzt urige Rittermahle stattfinden. Der Umbau dauerte von Oktober 1992 bis März 1993, am 10.06.1993 erfolgte die Neueröffnung, dabei betrug der Gesamtaufwand mit Kaufsumme ca.1.5 Millionen DM. Welches Ambiente Sie nun erwartet, sollen die
folgenden Seiten anschaulich darstellen. Auf einen Besuch in unserem Hause möchten wir Sie
hiermit einladen.
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